Wetter und Astronomie
  15.-16.01. - Absturz Phobos Grunt
 


Von mehreren Behörden ist der Absturz der Marssonde Phobos Grunt bestätigt.

Der Absturz erfolgte zwischen 18:45-19:00 Uhr MEZ und die Sonde soll in den
Pazifik gestürzt sein.


Die Beobachtung ist damit beendet.

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Hallo zusammen,

nun ist der Zeitpunkt vom Absturz der Mars-Sonde Phobos Grunt einigermaßen einge-
grenzt und wird also bis Montagmorgen erwartet. Die Raumsonde wiegt insgesamt
ungefähr 13,5 t, wovon 11,0 t alleine Treibstoff sind. Dieser wird beim Wiedereintritt
sehr wahrscheinlich komplett verglühen. Auch das an Bord befindliche radioaktive
Kobalt soll vorher in der Atmosphäre verglühen und stellt daher keine Gefahr dar.

Es ist aufgrund der ungenauen Angaben die online verfügbar sind und aufgrund
der ungenauen Zeit wann der Eintritt erfolgt aktuell schwierig genaue Überflugsdaten
zu bekommen. Die verfügbaren Bahndaten sind aktuell ziemlich veraltet und noch
von heute Vormittag um 11 Uhr.
Bitte rechnet bei den unten angegebenen Uhrzeiten +/- 10 Minuten ein. Das sollte
die Unsicherheiten zunächst abdecken.


Da der Absturzort und der Zeitpunkt nicht genau vorhersagbar sind, liegen auch Teile
Deutschlands im Bereich eines möglichen Absturzgebietes (grob südlich Dortmund).
Beim Wiedereintritt sollen knapp 20-30 Teile nicht verglühen, die ein Gesamtgewicht
von 200 kg haben sollen. Als wahrscheinlicher Absturz wurde 18:26 Uhr MEZ und der
Indische Ozean vor der chilenischen Küste genannt. Es wurde aber mittlerweile korrigiert,
dass ein Absturz auch am Montag noch stattfinden kann. Wie auch bei den großen
Satelliten, ist eben der Verglühungsprozess schwer vorherzusagen. Auch der Zeitpunkt
wann genau der Wiederintritt in die dichten Schichten der Atmosphäre beginnt ist nicht
genau vorhersagbar und somit mit Unsicherheiten behaftet.

Die Raumsonde überfliegt zwar am Abend auch unsere Region, ist dabei aber
im Erdschatten und daher eigentlich nicht sichtbar. Durch den eventuell einsetzenden
Verglühungsprozess, ist es aber möglich das so genug Helligkeit erzeugt wird, dass
wir etwas sehen können. Sollte natürlich der Wiedereintritt während einer sichtbaren
Phase erfolgen, könnte es ein Lichtspektakel mit vielen aufleuchtenden kleinen Teilen
geben. Die Gefahr das man von Trümmerteilen die nicht verglühen getroffen wird, ist
wie auch bei den letzten abstürzenden Satelliten äußerst gering.



Hier mal die Überflugzeiten für heute Abend (Köln)
(werden am Nachmittag nochmal auf den neusten Stand gebracht falls notwendig)

15.01.  19:13 Uhr  Überflug ( unsichtbar / Süd-Südost / nur 5° Höhe überm Horizont )

15.01.  20:47 Uhr  Überflug ( unsichtbar / Süd-Südost / 25,6° Höhe überm Horizont )

15.01.  21:01 Uhr  ( Verglühung von Phobos-Grunt beginnt nach Calsky, +/- 2,5 Std. )

15.01.  22:17 Uhr  Überflug ( unsichtbar / Süden / 42,9° Höhe überm Horizont )


15.01.  23:46 Uhr  Überflug ( unsichtbar / Süd-Südwest / nur 7,6° Höhe überm Horizont )



Bitte beachtet nochmals:

Die Raumsonde überfliegt zwar am Abend auch unsere Region, ist dabei aber
im Erdschatten und daher eigentlich nicht sichtbar. Durch den eventuell einsetzenden
Verglühungsprozess, ist es aber möglich das so genug Helligkeit erzeugt wird, dass
wir etwas sehen können. Sollte natürlich der Wiedereintritt während einer sichtbaren
Phase erfolgen, könnte es ein Lichtspektakel mit vielen aufleuchtenden kleinen Teilen
geben.



Das Wetter für heute Abend
Zum Wetter gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben, denn es wäre für eine solche
Beobachtung einfach ideal. Es werden kaum Wolken erwartet und das Einzige was
man beim Rausgehen und Beobachten bedenken sollte, ist sich vorher warm einzu-
packen. Heute Abend kühlt es unter meist klarem Himmel sehr schnell aus und
bei den Beobachtungen friert man ziemlich schnell.



Allgemeine Infos zur Ausgangssituation

die russische Marsmission zum Marsmond Phobos begann mit einem tollen Start,
allerdings ging es so nicht weiter. Während das Gerät mit teuren Gerätschaften im
Inneren in der Erdumlaufbahn kreiste, zündeten die Triebwerke nicht, welche das
Hauptgerät in Richtung Mars befördern sollten. Seit dem Start am 09.11.2011 wird
versucht das Objekt wieder in eine höhere Umlaufbahn zu heben, da das 13,5 t
schwere Gerät nun natürlich immer etwas tiefer sinkt. Einzelne Signale von Phobos
Grunt konnten zwar empfangen werden, aber wirklich Kontakt bekommen oder gar
eine Zündung hervorzurufen, schlug weiterhin fehl. Falls weiterhin nichts derartiges
möglich ist, droht dem schweren Objekt wohl im Januar oder Februar 2012 der
Eintritt in die Erdatmosphäre und somit das Aus.



lG Frank


Quellen:
Abendblatt.de und Astronomie.info
 
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