Wetter und Astronomie
  08.-09.10. - Draconiden
 

08. / 09.10.2011 - DRACONIDEN-Sternschnuppenschauer

Alle Bilder des Abends und der Nacht >>>  HIER KLICKEN


Beobachtungszusammenfassung:

Um dieses ja nicht so häufige Ereignisse möglichst gut verfolgen zu können,
ging es dann mit dem Auto in den späten Abendstunden nach draussen.
Bereits zu Hause waren die ersten Draconiden zu sehen.

Als erstes musste ein guter Beobachtungsort gefunden werden, wo man halbwegs
gut zum Himmel gucken konnte - gar nicht so einfach. Während wir die B477, die
Manheimer Straße (21:17 Uhr), entlang fuhren war im Nordosten ein helles Aufblitzen
zu erkennen. Die Helligkeit wird bei knapp -4 mag gelegen haben und es war deutlich
trotz des wolkigem Himmels wahr zunehmen. Wir fuhren zunächst in Richtung
Buir und Golzheim, wo wir ein paar dunkle Ecke fanden, allerdings ohne Möglichkeit
einen Halt zu machen. Somit beschlossen wir in Golzheim zum bereits bekannten
Chasingpoint zu fahren, wo ich mit dem Wetterzentrum-NRW dieses Jahr des öfteren
war, um die Wetterlage zu beobachten. Leider befinden sich in der Umgebung trotz
der Entfernung zu den Orten und größeren Städten einige störende Lichtquellen und
auch der Mond, natürlich unabhängig vom Standort, hellte wirklich alles sehr sehr auf.
Wir beschlossen aber hier zu bleiben und warteten, das die Wolken mal auflockerten.



Gegen 22 Uhr war es dann auch endlich soweit und der Himmel bekam einige Lücken
durch die wir dann auch mal die Sterne sehen konnten.



Es gelangen auch wieder tolle Aufnahmen von den Sternen mit den vorbeiziehenden
Wolken. Durch die teils tiefen Wolken war die Lichtverschmutzung von Bergheim auch
wunderbar zu erkennen. Längere Belichtungszeiten schafften daraus aber ein echt
anschauliches Bild.








Um 22:36 Uhr waren dann auch in südöstlicher Richtung ein paar kräftigere Quellwolken
zu sehen, die wunderbar vom Mond angestrahlt wurden.



Gegen 23:00 Uhr beschlossen wir dann unseren Standort zu verlassen, da die Wolken
über uns wieder dichter wurden und weiter südlich-südwestlich mehr Auflockerungen zu
sehen waren. In der Stunde von 22 bis 23 Uhr waren insgesamt um die 9 Meteore zu
sehen, wovon aber nur einer etwas heller war mit knapp -2
mag.


Wir fuhren immer weiter in die Eifel rein und die Wolken lockerten leider nicht auf.
Wenn der Himmel uns schon nichts Gutes tat, wollten wir aber die gefahrene Strecke
wenigstens ausnutzen und beschlossen dann in Richtung Nideggen zu fahren um uns
dort die Burg bei Nacht mal anzusehen. Auf dem Weg dorthin hielten wir aufgrund ein
paar Wolkenlücken noch einmal an, sahen aber leider keine weiteren Draconide
n.





Um 23:40 Uhr kamen wir dann in Nideggen an und suchten uns einen tollen Platz um
die Burg hoch oben auf dem Berg zu fotografieren. Dafür bot sich dann idealerweise der
Bahnhof an. Von hier aus machten wir ein paar Fotos der Burg mit Beleuchtung und
beschlossen dann aber weiter zufahren, denn der Himmel zeigte nun wieder größere
Wolkenlücken.



Somit fuhren wir also die Burgstraße hoch und nach einigen Kurven hin und wieder her,
kamen wir dann an den Orten Brück und Hetzlingen an (23:53 Uhr). Von Hetzingen aus
hat man übrigens einen tollen Blick auf die Burg Nideggen, dieses Mal von der anderen
Seite.



Hier lockerte der Himmel dann teilweise komplett auf und wir warteten vergebens  auf
weitere Meteore. Da Nichts mehr zu sehen war, fuhren wir wieder in Richtung Erftkreis
zurück.

Einen kleinen aber besonderen Zwischenstopp machten wir dann in Jakobwüllesheim,
denn hier steht eine schöne Kirche. Vielen wird sie vielleicht tagsüber mit ihren Doppel-
türmen Freude machen, mich hat sie aber jetzt nur in der Dunkelheit interessiert.





Der Grund dafür ist die Besonderheit, dass die Ziffernblätter und Zeiger der Uhren
nämlich beleuchtet sind. Das sah in der Dunkelheit wirklich super aus und besonders
schön war dazu noch, dass der Mond neben den zwei Kirchtürmen immer mal wieder
durch die Wolken kam. So entstanden einige schöne Fotos.

Dann passierte genau das, was so oft bei astronomischen Ereignissen passiert war,
nämlich auf unserem Weg nach Bergheim sahen wir bereits aus Nordwesten den
klaren Himmel nahen. Als wir um kurz nach 1 Uhr in Bergheim ankamen, war er
auch schon über uns und der Sternenhimmel strahlte nur so vor sich hin. Nach einem
kurzen Stop zu Hause und man war ja eh wach, beschlossen wir direkt wieder weiter
zufahren. Das taten wir dann auch und erreichten den Parkplatz an der Wiedenfelder
Höhe gegen 1:20 Uhr.





Hier war es angenehm dunkel und nur der Mond erhellte das direkte Gebiet um uns
herum. Dann bewegte sich auch am Himmel endlich wieder etwas, denn es waren
während wir dort standen gut 6-7 Meteore zu beobachten, allerdings keine Besonderen.
Hier gelangen uns aber auch wieder tolle Fotos vom Sternenhimmel und auch der
ab und an vorbeiziehenden Wolken. Gegen 2 Uhr zog es dann aber erneut zu und
Wolkenfelder versperten die Sicht auf die Sterne. Somit fuhren wir nach Hause und
beendeten den Ausflug zu den Meteoren.




Die Hauptaktivität war leider für uns von Wolken verdeckt, sodass den gesamten
Abend bis in die Nacht während der Tour nur knapp 16 Meteore gesehen werden
konnten. Gründe dafür natürlich in erster Linie der oft bewölkte Himmel, zum
Anderen hat aber auch der Mond den Himmel viel zu sehr erhellt. Bis auf den
sehr hellen wahrscheinlichen Meteor um 21:17 Uhr, waren auch keine besonderen
Beobachtungen zu machen.
In anderen europäischen Ländern wurden aber bei besten Bedingungen durchaus
Raten von 400-600 Meteore erfasst, sodass die Draconiden dieses Jahr auf jedenfall
ein besonderes astronomisches Ereigniss waren (wenn auch nicht für alle).

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Aktuelle Wetterprognose für die Nacht vom 08./09.10.2011 von 20:05 Uhr MESZ
Ich wünsche allen Beobachtern viel Spaß und viele Sichtungen :-)

Weiterhin ziehen noch einzelne Schauern aus Nord-Nordwest nach NRW rein, sodass
weiterhin immer mal wieder eine Schauer möglich ist. Dabei herrscht aktuell eine wechselnde
Bewölkung vor und auch der Mond scheint immer wieder. Der Mond steht bereits knapp
25° hoch am Himmel, wird aber ja noch etwas höher wandern. Ab jetzt kann man nur noch
hoffen das sich die Wolken noch mehr aufkösen und die Sterne zu sehen sind.
Bereits jetzt kann man sicher schon die ein oder andere Sternschnuppe erhaschen,
bevor es dann gegen 22 Uhr zur maximalen Intensität kommt, die sich über 3 Stunden
erstreckt. Hier noch einmal der Hinweis: Zieht euch WARM an! Es sind aktuell noch +8°C,
aber wenn es gleich aufklart geht die Temperatur sehr schnell zurück. Viel Spaß! 

Wichtig für heute Abend: 
Wenn Ihr draussen beobachten geht, nehmt euch am Besten etwas warmes
zu trinken mit und sehr WARME KLEIDUNG, denn es wird sehr kühl mit ungefähr
+5°C anfangs der Nacht und zwischen +2 und +5°C in den Morgenstunden.
Besonders weil man ja auf der Stelle steht, kann es für den Körper mit zu leichter
Kleidung eine Qual werden.




Die wichtigsten Infos auf einem Blick:

In der Nacht auf Sonntag, also zumindestens in dieser Hinsicht dieses Jahr ideal da
das Ereignisse nicht mitten in der Woche liegt, sind wieder die zahlreichen
Sternschnuppen der Draconiden zu bewundern. Die Beobachtung ist zu empfehlen
von 22 Uhr - 05 Uhr MESZ, da es dort ausreichend dunkel ist. Dieses Jahr sollen aufgrund
der Sonnennähe des Uprsprungskometen besonders viele sichtbar sein, denn verschiedene
Forscher rechnen mit bis zu / oder auch mehr als 300 Sternschnuppen pro Stunde.
Der besonders aktive Ausbruch mit mehreren Hundert Sternschnuppen pro Stunde soll
knapp 3 Stunden dauern und um etwa 22 Uhr MESZ beginnen.

Die Sternschnuppen sind vergleichsweise im Durchschnitt recht langam unterwegs,
da sie mit "nur" 24 km/s (entspricht ca. 86,4 km/h) am Himmel entlang huschen
und teilweise auch in der Erdatmosphäre ja dann verglühen. Dabei haben sie eine
gelbliche Färbung. Natürlich sind auch die sehr bekannten Feuerbälle heute Nacht

wieder möglich, die viel heller strahlen und Helligkeiten wie zum Beispiel vom Planet
Venus am Sternenhimmel erreichen können.



Störende Faktoren bei der Beobachtung in der kommenden Nacht:

Störende Faktoren mit denen man heute Abend aber wohl leben muss, sind zum Einen
der 91% beleuchtete Mond und eben die Lichtverschmutzung unserer Region, die man
nicht außer Acht lassen kann. Gegen den Mond kann man natürlich nichts tun, außer
mit dem Rücken zu ihm in den Himmel zu gucken, da er nicht so hoch am Himmel steht
sondern auf 35° über dem Horizont bleiben wird.. Der Lichtverschmutzung zu
entgehen ist natürlich möglich, wobei man dafür mit dem Auto in Richtung Eifel oder
ähnliche Regionen fahren sollte, wo es Chancen auf besonders sternenreichen Himmel

gibt. Das Wetter muss man dabei natürlich auch im Auge halten, denn ein Gebiet
mit vergleichsweise wenig Lichtverschmutzung hilft natürlich nur weiter, wenn es
möglich ist Sterne zu sehen.




Allgemeine Infos zu den Draconiden:

Draconiden werden sie genannt, da die Sternschnuppen von uns aus gesehen optisch
ihren Radiant, also den Punkt wo sie herzukommen scheinen, im Sternbild Drachen
haben. Dieser befindet sich für uns glücklicherweise recht hoch am Himmel, knapp
über den Sternbildern Großer Bär (viele kennen es als Großen Wagen) und über dem
Sternbild Herkules. Der Ursprungskomet der Sternschnuppen war und ist noch immer
der Komet 21P/Giacobini-Zinner.

 
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